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 Sewastopol 2009

38. Winter-Nacht-Fahrt des MSC Helmbrechts e.V. – 3. Januar 09

Eigentlich hätte ich nur auf die Anfrage von Matthias im Gästebuch antworten brauchen: „Falls noch jemand einen Beifahrer sucht …“. Mein letzter Einsatz bei der Sewastopol als Copilot versumpfte auf den Feldwegen zwischen Prex und Schwesendorf. Doch noch einmal so wie früher in den Siebzigern als Fahrer bei verschiedenen Oris aufzutreten? Verpaßte Chance schon wieder. Die Stimmung im Helmbrechtser Schützenhaus ist typisch für den Vorstart. Der Saal mit über 200 Leuten proper gefüllt - dem „Xsunden Neuen Jahr“ folgen lockere Dialoge, wies denn so geht und so weiter. Der Lancia-Heiko spult auf seinem i-Pod Bilder des Integrale Treffens in den Dolomiten ab und mit meinem Clubkollegen Thomas diskutiere ich die freundliche Übernahme seines Faltdach-Starlets, der draußen vor der Tür auf seinen Einsatz wartet.

Letztes Jahr war Regen und Rauchverbot. Dieses Jahr ist kalt und die Luft im Saal Zigarettendunst-geschwängert. Auch die Bedienung mit dem Scheinwerferblick wirbelt wieder durch den Saal mit Schnitzeln bewaffnet, deren Nachhaltigkeit mindestens 4 Stunden und 55 Minuten ausdauern muß. Schnee liegt fast keiner. Früher, erinnern sich die Altvorderen, ja früher lag der Schnee fast so hoch wie der Helmetzer Kirchturm. Mindestens! Besondere Vorsicht walten zu lassen, erfahren die Teilnehmer während der Fahrerbesprechung. Nicht jeder Bürger draußen in den Pampa von Hochfranken ist davon begeistert, daß ein Troß von mobilen Pfadfindern durch ihre Dörfer zieht. Kurz nach dem Vorstart um 16:45 sickern erste Gerüchte durch, das vom Start in Förbau aus, der Landkreis Wunsiedel als Ziel besonders schöner Schleifen in Angriff genommen wird. Sogar meine Geburtsstadt liegt auf der Route. Tatsächlich, schon wieder eine Chance verpaßt. Aber nächstes Jahr! Zur Sewastopol 2010 hol ich mir den Gerd Plietsch ins Boot und wir rollen als Presseteam das Feld von hinten auf. Egal wohin uns das Bordbuch führt

der Steckenbericht von Gerd Plietsch folgt demnächst

Beim Briefing wurde auf diverse Gefahren hingewiesen ...

.. die selbstverständlich sorgsam notiert wurden

Zum Vorstart ist das Schützenhaus sprichwörtlich ein "full house"

ob die gute Laune die nächsten Stunden angehalten hat?

rechts mein Clubkollege Stefan von Celica Club Oberfranken - seit über 10 Jahren mit Otto Torn am Start

die Mädels hatten alle Hände voll zu tun

letztes Jahr war die Luft im Saal besser - welcher Depp hat eigentlich das Rauchverbot wieder abgeschafft?

der Blick vom Schützenhaus aus in die untergehende Sonne - also schaunmermal, was die langen Schatten wirft

ex-Homologationsauto der WRC. Das wars noch Zeiten, als Toyota mit derartigen Geräten um WRC Punkte kämpfte

Lancia war eine fast unbesiegbare Macht, Die ehemaligen Konkurrenten Lancia und Toyota schenkten sich nichts.

Der BMW E30 ist einer der beliebtesten Breitensportler überhaupt

der 3er des Typs E30 stellte die meisten Autos

fast hätte man denken können, dass hier ..

ein E30 Treffen stattfindet

die Opel Heckler waren weniger stark vertreten als in den früheren Jahren

der Mazda 323 4WD ist Stammgast

was liegt weiter weg von Helmbrechts? Hamburg ..

.. oder der Kanton Aargau

Hallo Gerd Plietsch: wenn alles nach Plan verläuft, ist das unser Einsatzauto für die Sewastopol 2010

Fiesta I im super-Zustand

klar, der Trabant darf nicht fehlen

wahrlich, eine tolle Kiste

Toyota Celica T16 - hat auch schon über 20 Jahresringe

Kampf-Corsas vom Opel Performance Team Erbendorf

Team Nr. 1 am Vorstart - warten bis zum Uhrsprung

Abmarsch in die dunkle Nacht

am Start in Förbau / Schwarzenbach a.d.S. Von hier aus tauchte man in den Landkreis Wunsiedel ein

gemäß dem Beatles Song: long and winding road(s)

Klick auf Bild verlinkt zur Ergebnistafel

mk 04-01-09

Ein Punkt Vorsprung genügt:
Bericht von Gerd Plietsch
Nestor/Morgenstern holen Gesamtsieg bei 38. Winter-Nacht-Orientierungsfahrt "Sewastopol"

(gpp) - Mit einer kleinen Taschenlampe bewaffnet pirsche ich mich durch den dunklen Tann, auf der Suche nach mit der gelben "60". Dort will ich die vorbeifahrenden Autos fotografieren; - allerdings wird meine Geduld und meine Kälteresistenz auf eine harte Probe gestellt. Nur hin und wieder verirren sich zwei, vier oder noch mehr Scheinwerfer auf diesen einsamen Waldweg und nach gefühlten zehn Stunden und lediglich einer handvoll Fotos stapfe ich völlig aus- und durchgefroren und total entmutigt zurück.


Es ist wieder ein neues Jahr, der erste Samstag und damit (gottseidank!) wieder "Sewastopol". Trotz noch nicht hundertprozentig verdauter Weihnachtsgans und (psst!, die Schupo´s hören evtl. mit!) ebenfalls noch nicht vollständig ausgedünnten und -getrockneten Sylvester-Nachwehen, strömt die inzwischen aus fast dem gesamten Bundesgebiet anzureisen pflegende Orie-Gemeinde geschlossen nach Helmbrechts um sich und den Mythos "Sewastopol" zu feiern und zu bestätigen. Eigentlich sollten die Männer um den Riedel´s Gerch Aufkleber "Ich war dabei" anbieten - sie würden sicher reißenden Absatz finden. Manche Teilnehmer fahren nämlich die "Sewastopol"-Startnummer wie ein Souvenir das ganze Jahr über auf dem Auto spazieren und nehmen sie erst ab, wenn die neue bei der Abnahme ausgeteilt wird.
Am östlichen Ortsrand von Marktleuthen, zwischen Großwendern und Leuthenforst, wo sich ansonsten nur Fuchs und Hase ´Gute Nacht` sagen oder dem Chronisten beim Joggen über die Füße stolpern, ist High-Life. Von der Zeitkontrolle aus geht es von Pfeil zu Punkt und wieder zu Pfeil, dazwischen ist eine kleinere Überlappung eingebaut und für´s fahrerische Vergnügen stehen eine größere Anzahl von kleineren - (von Orientierungsfahrern durchaus) befahrbaren - Wegen zur Verfügung; doch wer die Wahl hat, hat offensichtlich auch die Qual!? Die Aufgabenstellung erscheint nicht allzu schwierig, doch sie treibt augenscheinlich vielen Copiloten einige, und einigen Copiloten viele Schweißtropfen auf die Stirn. Vor lauter rauchenden Köpfen sind manche Scheiben dicht beschlagen so dass die üblichen Fotos ins Cockpit unterbleiben müssen und die "...ich-muss-mal-kurz-überlegen..." - Phase dauert sowohl vor, als auch nach der ZK bei manchen Teams schier unendlich. Einmal losgefahren scheint dann die Nacht der Vermessung angebrochen zu sein: Scheinwerfer leuchten überall hin, fahren nach hier und nach dort, kommen aus allen möglichen und unmöglichen Ecken (die ich selbst beim Laufen meide) zurück, fahren aufeinander zu, bündeln und trennen sich überraschend wieder (ohne dass es zu irgendwelchen Kollisionen kommt) und bei der Durchgangskontrolle an der so genannten "Liebesinsel" gibt es hin und wieder sogar Stau, weil sich auch dort, auf dem schmalen Feldweg, mancher noch genau überlegen will, wo´s eigentlich hingeht, oder hingeh´n soll???


Die Winter-Nacht-Orientierungsfahrt "Sewastopol" des Jahres 2009 fand bei schönstem Sonnenschein aber ausgeprägten Minusgraden statt, musste allerdings - wie schon so oft in den letzten Jahren - wieder einmal ohne Schnee auskommen. Die Strecke führte wie zur letzten Sommer-Sewastopol Ende der siebziger Jahre des vorigen Jahrtausends, genauer gesagt im Jahr 1977 (als sogar in Kirchenlamitz gestartet wurde) in den Landkreis Wunsiedel, bemühte dabei auch viele schon damals befahrene Wege, fand aber auch etliche neue und bescherte dabei manchem altgedienten "Sewastopol"-Hasen sowohl erstaunliche "A-ha"- als auch ordentliche "Oje-oje"- Erlebnisse. Bei inzwischen zweistelligen Minus-Temperaturen hatten aber vor allem diejenigen Posten den denkbar schlechtesten Job abbekommen, die an orientierungsmäßig strategischen Punkten standen, an denen naturgemäß ´wenig Besuch` stattfand.


"Ich hab total den Faden verloren", stöhnte der etwas magengeschädigte Wiesauer Manfred Keller, und der Coburger Veste-Rallye-Chef Markus Gutthäter haderte mit der Sehkraft seiner Augen ("ich seh - fast - nix!"). Überhaupt klagen viele der in Ehren ergrauten Copiloten mit ihren (altersbedingt) oft schon doppelten bzw. zweigeteilten Sehhilfen über mangelnden Durchblick, wobei dies(allerdings nur unter der Hand) natürlich auch hin und wieder auf die ´Undurchsichtigkeit` der Fahrtunterlagen geschoben wird.


117 Teams waren am ehemaligen Schützenhaus in Helmbrechts an den Vorstart gegangen und bei einbrechender Dämmerung nach Förbau, zum eigentlichen Hauptstart aufgebrochen. Von dort aus führte die erste Etappe über Kirchenlamitz nach Marktleuthen. Die Kurzetappe nach Wendenhammer brachte die ersten, zeitmäßigen Vorentscheidungen und danach führte die Strecke in die Kreis- und Festspielstadt Wunsiedel und weiter nach Weißenstadt. Kornbach, Gefrees und Stammbach waren die weiteren Stationen auf dem Rückweg nach Helmbrechts, wo letztlich 97 Teams um Mitternacht mehr oder weniger gestresst eintrafen.
Beim Studium der Fahrtunterlagen werde ich an die bisherigen SECHSÄMTERLAND-Classics erinnert, für deren Strecken ich verantwortlich zeichnen durfte und noch darf - und die ich nun fast alle wiederfinde. Ich kann mich gar nicht erinnern, Gerch, dass Du bei mir jemals gefahren bist. Dennoch empfinde ich so etwas wie Stolz, offensichtlich waren die von mir gefundenen Strecken gar nicht soo schlecht, dass sie auch andere Fahrtleiter beeindrucken und schließlich in ihre Fahrt aufnehmen...


Der Sieg bei der diesjährigen, 38. Ausgabe der Winter-Nacht-Orientierungsfahrt "Sewastopol" geht (nach 1999, 2002 und 2003 zum vierten Mal!) mit einem einzigen Punkt Vorsprung an die für den AMC Naila startenden Steffen Nestor und Frank Morgenstern vor Dieter Hillebrand und Martin Breiter vom MSC Fränk. Schweiz. Zehn Punkte zurück rangieren Michael Thiel und Jochen Ludwig vom AMC Naila punktgleich mit Dirk Rosam und Thomas Schultz vom MC Rhein-Lahn, die Mannschaftswertung gewinnt das Orie-Südwest-Pokal-Team vor der Ori-Gang.
Erst am Sonntagmorgen beginnt es (endlich) zu schneien und verdeckt damit gnädig die zahllosen Spuren der "Sewastopol" - vor allem die vielen falschen.
 
Gerd Plietsch
 
ERGEBNISSE (Gesamtwertung): 1. (Sieger Klasse C) Steffen Nestor/Frank Morgenstern (AMC Naila) 10 Punkte; 2. (Sieger Klasse G) Dieter Hillebrand/Martin Breiter (MSC Fränk. Schweiz) 11; 3. Michael Thiel/Jochen Ludwig (AMC Naila) 21; 4. (Sieger Klasse A) Dirk Rosam/Thomas Schultz (RC-Rhein Lahn) 21; 5. Michael Stopp/Olaf Jessen, 23; 6. Wolfgang Herpich/Stefan Blumreich (MSC Presseck/MSC Gefrees) 26; 7. Stefan Helmreich/Thomas Neubauer (MC Lauf) 36; 8. Michael Elliott/Fred Ferber (MC Lauf/MSC Fränk. Schweiz) 37; 9. (Sieger Klasse B2) Freddy Schütz/Wolfgang Schmidt (AC Waldershof/AC Hof) 39; 9. (Sieger Klasse B1) Rüdiger Buchheit/Winfried Dietel (MSC Helmbrechts) 39; 9. Oliver Wirth/Klaus Schindler (MSC Naila) 39; 12. Thomas Sassl/Peter Schwan (MSC Naila) 41; Sonja Ackermann/Patrick Weber (Hunsrück Auto-Club Simmern) 49; 14. Wolfgang Kroner/Erik Schneider (AMC Coburg) 54; 14. Bernhard Steffan/Gudrun Wörner (Darmstadt) 54.

 
 
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