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 Die Eier legende Wollmilchsau?

 

Passat TSI Ecofuel – hohe Leistung, wenig Verbrauch

VW Passat Typ 3C Baujahr 2009 mit Erdgas / Super betrieben. 150 PS twincharged. Das Eindruck-schindende Wort für eine doppelte Aufladung lässt aufhorchen. Der 1,4 Liter wird wie mit der Peitsche, unten herum von einem Kompressor, und nach oben hin, von einem Turbolader befeuert ...

Siehst du die Säule mit den vielen Zahlen?

Eigentlich bist du ein Blödmann, wenn du eine Tankfüllung für über 100 Cent pro Einheit tankst. Warum? Den Beweis liefert der Passat TSI Ecofuel, dessen Trümpfe ich hier ermitteln werde.

Übrigens: Erdgas darf man nicht mit Autogas verwechseln. Autogas ist flüssig und hat weniger Schmackes. Erdgas ist gasförmig, entspricht ungefähr 130 Oktan und stammt sozusagen aus Putins Reich. Powered by Ex-Kanzler Schröder, was ja kein Nachteil sein muss.

Das im Passat angebotene DSG-Getriebe stellt 14 elektronisch geregelte Gänge zur Verfügung, Sieben im D- und Sieben im S-Modus. Das Datenblatt spricht von 150 PS und einem Drehmoment von 220 Nm ab ungefähr 1500 Umdrehungen. Gut, das bringen andere auch auf die Straße. Doch dabei soll das Erdgas-Aggregat laut Datenblatt nur 5,5 Einheiten auf 100 Kilometer verbrennen. Bei Erdgas wird die Einheit in Kilogramm gemessen. Und wie die oben gezeigte Säule anzeigt, liegt Erdgas augenblicklich um 52 Cent pro Einheit günstiger als Super.

Hindergrund zur dieser Geschichte: Seit knapp drei Jahren bin ich mobiler „Erdgasler“. Mein Geschäftsfahrzeug ist ein geleaster Zafira CNG, der mir vom freundlichen Opel Händler empfohlen wurde. Seit über zwei Jahren habe ich einen mobilen Arbeitsplatz in Wunsiedel mit viel Kundenkontakt. Zur Gewerbeschau in Wunsiedel traf ich die Mannschaft der Gasversorgung in bester Laune. Geschäftsführer Marco Krasser schwärmt von seinem Passat TSI Ecofuel. Ich schwärme vom Zafira Erdgas Turbo. „Du musst unbedingt den Passat fahren“, sagt er und bietet mir ein Wochenende mit dem Passat an. Geponkt!

Tuningcars-Logbuch 30-04-2010: Heimspiel in Wunsiedel an der Tankstelle des Waschpark Fichtelgebirge. Mit vollgefülltem Tank gehts auf zur Wochenend-Tour

Station 1: Fotoaufnahmen in Marktleuthen auf dem Festplatz, der von TEV-Tuning.de her als mein Lieblingsplatz bekannt ist.

8,5 x 18 Tomason TN5 mit 225/40x18  

35mm Tieferlegung mit KW Fahrwerksfedern (gelb), In dieser Konfiguration rollt der Passat straffer als ein Serienfahrzeug mit 16 Zoll Rädern und ohne Tieferlegung ab. Sportliche Härte muss ja kein Nachteil sein. Macht Spaß!

Am Ende des Tages:

Gemütliches Kennenlernen mit 5,1 kg Verbrauch auf 100 Kilometer - entspricht gemäß dem Preis auf der Säule € 4,79.-  Da würde selbst dem in Wunsiedel ortsansässigen Prius III von Engel die Luft zum Atmen knapp werden.

Die Erdgas versus Super Rechnung

 4,79 € : 1,459 €  entspricht ca. 3,28 Liter Super auf 100 km. Mehr dürfte ein Hybridler nicht verbrauchen. Würde der Prius III diese Ansage packen? Sparknacker-Tests der Auto Bild schafften mit dem Prius III unter 2 Liter auf 100 Kilometer: Doch wir wollen fahren, auch mit über 200 auf der Autobahn.

Und Elektrofahrzeuge?

Wie kommt der Elektro-Auto Hype zustande? Mal ganz salopp ausgedrückt: Die maßgeblichen Strom-Konzerne schlagen seit vielen Jahren Herstellern, Pressevertretern, doch vor allem Politiker auf die Birne: Elektrofahrzeuge, Elektrofahrzeuge, Elektrofahrzeuge!. Anfängliche Reaktionen sind kaum spürbar. Nachdem der Toyotas Prius in den USA zum Hit wird, werden auch die "Vollstromer" sensibilisiert. Der Elektro-Hype beginnt. Prototypen über Prototypen werden bei Messen und Ausstellungen als die mobile Zukunft vorgestellt. Zur Zeit sehe ich kein einziges annehmbares Fahrzeug mit Elektroantrieb, das zum Kauf angeboten wird. Deshalb Erdgas.

Blue Motion

der hauseigene Erdgas-Konkurrent aus der "Think Blue" Abteilung wirbt mit Wahnsinns-Zahlen: Kombinierte 4,4 Liter Diesel auf 100 Kilometer für den Passat BlueMotion 1,6 l-TDI wären nach oben gezeigter Säule € 5,54 auf 100 Kilometer. Glaube ich nicht, ohne den Blauen gefahren zu sein

Was leisten die Erdgasler?

Turbo Power bei Opel. Kompressor und Turbo bei Volkswagen, beide mit 150 PS. Rund 5 €uro auf 100 Kilometer und das ohne großes politisches Geschrei. Und was bringt eigentlich der Passat auf der Autobahn? Auf zum Opel Treffen nach Himmelkron.

In keiner Phase merkt man, dass hier nur ein kleiner 1,4 Liter dahinter steckt. Volkswagen zaubert dank Kompressor und Turbo satte 150 Pferde aus dem "Winzling". Das DSG Getriebe mit 14 Übersetzungen. 7 im "S" Sport und 7 im "D" Sparmodus schaltet unauffällig. Nur im Display bemerkt man den Wechsel der Fahrstufen. Verbrauchswunder werden bei "D" generiert. "S" pendelt ungefähr um 500 Umdrehungen höher. "S" ist der Modus für die hektischen "heut-hab-ich-es-aber-verdammt-eilig" Fahrer

Knapp 220 Tacho. Meine mitgenommene Navi zeigt 212 km/h als höchsten Wert an. Das DSG weigert sich, von Stufe D6 auf D7 überzugehen. Manuelles Hochschalten bringt Chaos, weil plötzlich auf D5 herunterschaltet wird. Der Drehzahlmesser steht voll im Roten Bereich. Die Öltemp steigt auf 111 Grad. Ich verzichte auf weitere HiSpeed-Versuche. Der 6-Gang Zafira nagelte problemlos über 220 km/h laut GPS auf den Asphalt. Minuspunkt für den VW.

Der Beweis: verwackelte 212 zwischen Münchberg und Gefrees. Mehr war nicht drin.

Ausstattung Highline - der Passat ist bis zur Oberkante Unterlippe mit Elektronik vollgestopft. Ich stehe mit der elektronischen Parkbremse auf Kriegsfuß. Und die Kessy kann mich auch nicht leiden. Wer die Kessy ist? Kessy ist der nicht herausziehbare Zündschlüssel. Das Fahrzeug besitzt auf gut Deutsch einen schlüssellosen Einstieg.

Hier ist Kessys Kumpel: Ein Elektronik-Flachteil ohne Bügel oder Lasche für den Schlüsselbund. Für mich unakzeptabel, weil ich ständig am Abklopfen aller Taschen bin. Und ich habe viele Taschen, vor allem in meinem Szene-Kampfanzug. Wo steckt das Scheißding? Verloren? Vergessen? Verlegt? Versteigert? Am Samstag Morgen vor der Abfahrt nach Himmelkron habe ich der hauseigenen Schlüsselfindungskommission eine Viertelstunde opfern müssen. Noch ein Minuspunkt! Für mich persönlich ist dieses Ding der größte Nachteil. Wie kann man nur .... oder gibt es einen Trick?

Tuningcars-Logbuch 01-05-2010: Opel Treffen Himmelkron. Durchschnittsverbrauch 4,5 Liter lt. Bordcomputer. Leider hatte der Zafira Turbo (von Dornig Himmelkron) keinen Bordcomputer zum direkten Vergleich und musste nach der "Voller-Tank" Methode gemessen werden. Pluspunkt für den VW

Zum Vergleich der Zafira Erdgas Turbo ebenfalls mit 150 PS - Klick auf Bild verlinkt

Tuningcars-Logbuch 02-05-2010: Eindeutiges Fazit: der Passat ist sparsamer dank DSG. Der Zafira ist in der Topspeed schneller dank manuellem 6-Gang Getriebe. Auf zum Duell zweier Treffen nach Zwickau

Boxenstop Zwickau: Gefühlsmässig interessieren sparsame Autos die Szene genauso so wenig, wie wenn in Hof eine neue Busspur angelegt wird.

Rückfahrt: Der Erdgastank geht dem Ende zu

 Um Festzustellen, wie der Passat mit Benzinbetrieb läuft, musst du tatsächlich fast das komplette Gas verbrauchen. Volkswagen haben generell keinen manuellen Umschalter, Opel schon! Eigentlich sollte man jedes 1/2 Jahr neues Super nachfüllen. Eindeutiger Minuspunkt für VW. 

Nach dem ersten automatischen Umschalten von CNG auf Benzin sind die Erdgas-Buddeln längst nicht leer. Schaltet man den Motor aus und startet neu, läuft das Fahrzeug erneut auf Erdgas, wenn auch nur wenige Kilometer. Deshalb das verwirrende Display: Spritanzeige links: Erdgastank leer. Spritanzeige rechts: Einige Liter Benzin bereits verbraucht. Oben im Display Verbrauch CNG.

21,56 kg in Hof getankt. Obwohl der Passat nach mehreren Starts immer wieder kurzzeitig mit Erdgas lief, waren die Flaschen nicht ganz leer. Hof hat mit 98,9 cent/kg zur Zeit die teuerste Erdgastanke der Region. Minuspunkt für den Hofer Versorger.

Trotz aufgefülltem Erdgastank (siehe Anzeige links) fährt der Passat nun knapp 2 Kilometer im teueren Benzinbetrieb (siehe Display mit 21,8 Liter Durchschnittsverbrauch). Das verstehe wer will. Noch ein Minus für den Passat ohne manuelle Umschaltung

Dennoch überzeugt der Passat dank seines unglaublich günstigen Verbrauchs. Mein Schnitt lag bei 4,9 kg auf 100 km. Der Benzinverbrauch war mit 9,5 Liter ungefähr doppelt so hoch. Selbst 4,3 kg Erdgas im Kurzstreckenverkehr sind keine Hexerei, sondern resultieren unter anderem vom Ausnutzen der Schubabschaltung. Der Passat ist ein verdammt guter Gleiter ohne nennenswerten Rollwiderstand. Trotz breiter Reifen. In Sachen Sparen beim Fahren ist der "D"-Modus der absolute Bringer. Kurzum: Der Passat TSI Ecofuel ist das sparsamste Auto, dass ich je gefahren bin. Und er macht Spaß dank doppelter Aufladung.

Eine reelle Berechnung der Betriebskosten an Hand der obigen Säule:

Benzin pro Einheit: € 1,459 - Verbrauch 10 Liter - Kosten pro 100 km: € 14,59

Erdgas pro Einheit: € 0,939 - Verbrauch 5 kg - Kosten pro 100 km: € 4,70

Die Aussage "Tanken für die Hälfte" ist glattes Unterstatement. Blöd ist, wer Benzin tankt.

Mit meinem Celica Supra 2,8i besitze ich ja schon einen Tankwart-Beglücker. Deshalb wird mein nächstes Geschäftsfahrzeug wieder ein Erdgasler sein. Opel oder Volkswagen? Die Entscheidung fällt mir schwer .... aber demnächst muss sie fallen.  

Credits: Mein Dank an Marco Krasser - Klick auf Logo verlinkt

mk 03-05-10

 
 
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