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 Ehrliches Handwerk

Tadelloser Rekord C Caravan in RAL-Lackierung

Noch immer verwenden Automobil-Zeitschriften gerne das abgedroschene Klischee, dass früher die Kombis fast nur dem Gewerbe dienten und der Life-Style-Laster erst viel später entdeckt wurde. Beim Rekord C Caravan mögen sie sogar Recht haben. Andreas Enes Fahrzeug diente einem Landwirt.

Opel hat nie einen Hehl um den Einsatz seiner Caravan-Flotte gemacht. Standen vor 40 Jahren eher die Handwerker als Käufer im Vordergrund, so zählt heute die Familie oder der schnelle Handlungsreisende in seinem Astra oder Vectra Caravan zu den Benutzern der linken Spur. Der Erstbesitzer dieses Caravans war ein Landwirt, der den großzügig bemessenen Laderaum seines 71er Frachtschiffes ausnützte. Anschließend wurde das Fahrzeug durch viele Hände gereicht, wobei die vorletzte Hand sich nicht unbedingt als Meister der Steuerung hervortat. Die Schnauze des Rekords tauchte voll in einem Schotterhaufen ein. Eigentlich wollte ein Kumpel von Andreas das Auto wieder herrichten, doch dessen kaum begonnenes Bemühen scheiterte an der Zeit.

Andreas Lieblingsprojekt wäre ein Manta A GT/E gewesen. Am liebsten einer aus der legendären „Black Magic“  Serie. „Der Rekord wurde mir mehr oder weniger aufgedrängt“, erinnert er sich, dessen Bastelambitionen einen radikalen Schwenk von Coupé zu Kombi vollführten. Keine Frage, es gab genug zu tun für Andreas und seine Mitstreiter Phillip, Sepp, Michael und Freundin Kathrin. Nicht nur der lädierte Vorderbau erforderte Einsatz, auch das Dach und die Seitenwände waren zerbeult, die Rostansätze an Kanten und Radläufen unübersehbar. Nicht mehr zu retten war das von Schottereinschlägen demolierte Frontblech, das als Vorlage für ein von Andreas neu geformtes Teil diente. Motorhaube sowie einige Chromteile erstand er im Internet oder bei Teilehändler Peter Senfft. Als extrem zeitaufwendig erwies sich das Glätten der Wellen an den Seitenwänden und auf dem Dach.

Irgendein Hirni hatte über längere Zeit verschiedene Gegenstände auf dem Caravan gelagert, was tiefe Eindrücke hinterließ. Beulen herausklopfen, Spachteln, Schleifen, wahrlich keine angenehme Arbeit am Objekt, doch dafür hielten sich die Schweißarbeiten am Unterboden in Grenzen. Nachvollziehbar ist die Farbgebung des Caravans in den RAL-Farben 3020 (verkehrsrot) mit verkehrsschwarzen Applikationen (RAL 9017). Optisch aufgewertet wurde der Caravan durch seitliche, unten angebrachte  Zierleisten inklusive der Bogen um die Radläufe.

 In Anlehnung an eine Brillenwerbung könnte man mit der Aussage: „Finden Sie ein besseres Rad als die ATS Classic“ überleiten. Andreas kaufte die 8x13 Zoll Räder direkt auf einem Opeltreffen. Die sichtbaren Gebrauchsspuren in den Schüsseln polierte er blank und lackierte den Stern ebenfalls in Verkehrsrot. Ohne zu übertreiben, die Räder mit 205/60er Bereifung passen perfekt zum Caravan und weil dieser an der Vorderachse mit Federn des Kadett C bestückt ist, besteht kein auffallend großer Spalt zwischen Radlauf und Reifenlauffläche. Interessant klingt das Vorgehen der „Federnfindungskommission“ im Lager von Peter Senfft. Dieser zerrte einen Schwung Opel-Federn aus dem Regal, inspizierte Länge, Stärke und Windung, und drückte Andreas zwei Spiralen mit den Worten „die passen vorne“ in die Hand. Tatsächlich arbeiten die beiden Federn an der Vorderachse.

Auch die Motorengeschichte klingt irgendwie nach Opel-Szene. Vom Band rollte der Caravan mit der 75 PS starken 1,7 Liter Rekord S Maschine. Irgendein Vorbesitzer rüstete auf 2-Liter um und vergaß dabei nicht, gleichzeitig Vorderachse und Bremsen auf Stand zu bringen. Der 2-Liter löste sich irgendwann in Luft auf, denn beim Kauf des Rekords schaute die lädierte Schnauze verdächtig in die Höhe. Und nun kam doch ein Stücklein Manta zum Einsatz, nämlich die populäre 90 PS Vergasermaschine des 1900S, so wie sie zahlreiche SR und Berlinetta Modelle angetrieben hat.

Wie damals so üblich, wird das Viergang-Getriebe über Lenkradschaltung befehligt. Trotz des landwirtschaflichten Einsatzes und der vielen Hände befand sich der Innenraum in beachtlichem Zustand und benötigte lediglich eine reinigende Hand. Der nach Umklappen der Rückbank erreichbare Transportraum verdient selbst im Zeitalter der Großraumlimousinen Respekt. Die zu Dokumentationszwecken auf die in Wagenfarbe lackierte Ladefläche gelegte Leiter wurde natürlich wieder in das Reservoir des angrenzten Baumarktes zurückgestellt. So wie es sich für ehrliche Handwerker gehört.

typisch frühes 70er Flair

original erhaltene Spiegel

das einzig Störende ist der blaue Eurobalken - optischer Schandfleck auf jedem neueren Kennzeichen

Datenblatt

Typ: Opel Rekord C Caravan (1971)
Motor: 1,9-Liter-Reihenvierzylinder, Solex 32 DIDTA-4 Fallstromvergaser
Auspuff: Original Nachbau, Endtopf Peter Senfft
Leistung (max): 66 Kw (90 PS)
Kraftübertragung: 4-Gang-Getriebe (Lenkradschaltung)
Vorderachse: Einzelradaufhängung mit ungleich langen Doppel-Querlenkern, Stabilisator
Hinterachse: Starrachse, Längslenker, Panhardstab
Federung (vo/hi): Opel-Federn (Kadett C) / Original Federn
Dämpfung (vo/hi): Original-Dämpfer
Felgen (Herst./Größe): ATS Classic Fünfstern / 8x13 ET-1 (va), ET -12 (ha)
Bereifung (Herst./Größe): Maxxis / 205/60x13
Bremsen(vo/hi): Scheiben (271 mm) / Trommeln (230 mm)
Weitere Extras: Chromleisten Commodore, Lackierung RAL 3020 (verkehrsrot), RAL 9017 (verkehrsschwarz)
Interieur: restaurierte Originalausstattung
Musik: Blaupunkt Radio
Danksagung: Danke an Phillip, Sepp, Michael und Freundin Kathrin und vor allem dem Ersatzteillieferanten Peter Senfft

tuningcars.de-entry: 19-12-09

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