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 Man baut nur zweimal

Der doppelte Manta aus Oberfranken erzählt seine eigene Geschichte(n)

Als Alexander Böhlein seinen Manta B vor über 10 Jahren verkaufen musste, ahnte er nicht, dass ihm das Auto im Traum verfolgen würde. Derweilen hatte der 16-jährige Jörg „Schnüfler“ Neuner Gefallen an dem zum Verkauf stehenden Auto gefunden und seinen Vater dazu veranlasst, ihm den Manta an Land zu ziehen. Alexander blieb Jahre später nichts anderes übrig, als seinen ehemaligen Manta B neu zu erfinden.

BT-Kennzeichen: aufgebaut von Alexander und an Jörg verkauft

BA-Kennzeichen: aufgebaut von Alexander und heute noch in seinem Besitz

Wir schreiben das Jahr 1995. Die Opel Freunde Königsfeld e.V., ein klangvoller Name in der Opel Szene, haben sich gerade gegründet. Alexander, stets auf der Seite des Rochens, zählt zur Gründungsmannschaft des Vereins. Nach mehreren Wintern nagt an seinem Manta B der Zahn der Zeit und eine kostspielige Entscheidung fällt: Ende 2000 wird der Komplettaufbau eines gebrauchten GT/E in Angriff genommen und der Rostige wird ausgesondert. Über 30.000 DM fließen in den Neuerwerb, was nicht von allen Familienmitgliedern mit Beifall bedacht wird. Kurzum, die Eltern von Alexander betrachten den Fluss des Geldes mit Argwohn und lassen sich einen Ausweg einfallen, zu dem Alexander nicht nein sagen kann. Im Jahr 2003 steht der Manta zum Verkauf an. Und nicht nur das Fahrzeug, denn alles was nach Rochen riecht, verlässt die heimatliche Garage.

Jungspund Jörg hat gerade den 16. Jahresring erhalten, als er den Manta entdeckt. Er alarmiert seinen Vater, da er dessen Unterschrift benötigt. „Achtung, die Zwoliter-Maschine ist nicht mehr die Beste“ warnt Alexander vor der Überführung. Als die Neuners in ihren Heimatort rollen, verabschiedet sich tatsächlich das Triebwerk. Die Zeit bis zum 18. Geburtstag nutzt der Heizungsbauer, um den Manta wieder auf die Straße zu bringen. Zunächst brabbelt ein 2,4er aus einem Omega A im Motorraum, doch zum „Wurst vom Teller ziehen“ reicht das Triebwerk einfach nicht aus. Das übliche Spielchen nimmt seinen Lauf: Luftzufuhr optimieren, Webervergaser und scharfe Nockenwelle installieren und nicht zuletzt eine Eigenbau-Auspuffanlage mit durchgehendem 74er Rohr. Gereicht hat es Jörg nicht. Die aktuelle Maschine wird bei Bauer in Nürnberg konfiguriert und in dessen Werkstatt Bamotec von Jörg eigenhändig installiert. Der Grund ist einleuchtend: Bergrennen will er fahren, wofür freilich auch die 35 kg schwere Car Hifi Anlage geopfert werden muss.

Normalerweise liest man von Tieferlegung mit Gewindefahrwerk. Bei diesem Manta dient das Schraubfahrwerk quasi einer „Höherlegung“, da zu kurze Federn und Dämpfer den motorsportlichen Ambitionen weichen müssen.

 Nach wie vor rollt der Manta auf klassischen 13 Zoll Felgen mit 225/60x13er Bereifung, die je nach Einsatz konfiguriert werden. Beim Berganstieg soll die kurze Hinterachsübersetzung (3,18) des Manta A GT/E die eine oder andere Sekunde herauskitzeln.

Alexanders Sohn Leon erinnert sich an den Manta B seines Vaters und schaut sich klammheimlich Verkaufsinserate in der Flash und im Internet an.

Die Mutter darf nichts erfahren“, sind Vater und Sohn sich bei einem Flipflop-Orange lackierten GSi einig. Mit Kumpel Flocki macht sich das Trio heimlich auf den Weg nach Passau, um dort vor einem bemerkenswerten Fahrzeug zu stehen. Nur 30.000 Kilometer, rostfreier Topzustand bedeutet: Gekauft! Den nachtäglichen Erklärungsbedarf gegenüber Mutter Böhlein kann sich jeder vorstellen. „Das Zerlegen auf die Rohkarosse war eigentlich total unnötig“, erinnert sich Alexander, doch der Manta sollte ja wieder den „alten Zustand“ erhalten. Nach Sandstahlen musste er zwei kleine 3x3er Bleche beim Batteriekasten und Wischwasser-Behälter einschweißen, mehr war nicht. Glücklicherweise hat der Vorbesitzer gute Vorarbeit geleistet und bereits Verbreiterungen aus Blech angebracht.

 „13 Zoll Räder kommen wegen der innenbelüfteten Scheibenbremsanlage des 2,2 Rekord und der Vectra 4x4 Scheiben hinten nicht mehr in Frage und alles größer 16 Zoll hätte nicht zum Fahrzeug gepasst. Die 3-teiligen, hochglanzpolierten  Schmidt Revolution in 9x16, 10,5x16 Zoll sind selbst konfiguriert und deren Sterne in Schwarz lackiert. Keine Folie, keine Aufkleber, denn das vom ATS-Omega der DTM abgenommene und modifizierte  Design wird wie beim Vorgänger ausschließlich lackiert und von 5 Schichten Klarlack geschützt

Nachdem Alexander vor 10 Jahren alle Ersatzteile abgestoßen hatte, muss er jetzt den umgekehrten Weg einschlagen. Die gesperrte Hinterachse, Vergaser und Auspuffanlage holt er sich von Günni aus Auerbach. Den Motor lässt er bei Beimel Motorsport aufbauen, die ehrliche 200 PS aus dem 2,4 Liter Vierzylinder herausholen. Nach einem auf Garantie erledigten Motorschaden baut Beimel eine E30 M3-Kupplung mit geänderter Schwungscheibe und Stern in den Manta. Und damit geht es auf die die erste Saison nach über 10 Jahren. Der erste  Platz bei der Tuning Night in Himmelkron im Frühjahr 2013 wird zum ersten unerwarteten Erfolg des Manta B. Obwohl er durchaus im historischen Motorsport eingesetzt werden könnte, verzichtet Alexander auf das kostspielige Hobby und konzentriert sich auf den Erhalt des Rochens. Obwohl beide Fahrzeuge nur wenige Kilometer entfernt beheimatet sind, ein gemeinsames Foto existiert nicht. Noch nicht!

Opel Manta B GT/E (1984) - BT Kennzeichen

Motor:  2,5 Liter, 45er Weber Doppelvergaser mit erweiteter  Vergaserbedüsung, 60mm Ansaugtrichter, Zylinderkopf gebohrt. gehont und geplant, Ventiltaschen sowie Ein und Auslasskanäle optimiert, Bronze- Ventilführungen, Mahle Kolben und Kolbenbodenkühlung, Kolben und Pleuel fein auswogen. dbilas 296-Grad Nockenwelle Elektrolüfter, Proline-Slimline Ölkühler,Kurbelwelle und Schwungrad erleichtert und fein gewuchtet, 
Auspuff: Marke Eigenbau, 74er Edelstahlrohr
Leistung (max): 200 PS bei 6370 umin
Kraftübertragung: Sachs Sportkupplung mit Kurbelwelle verbolzt, 5-Gang Getrag
Fahrwerk:  H&R Gewindefahrwerk, kurze Manta A GT/E Hinterachsübersetzung 3.67
Felgen (Herst./Größe): ATS Classic (polierte Betten, lackierte Sterne) 9,5x13 ET –16
Bereifung (Herst./Größe):  Kumho Ecsta oder Kumho Semi Slicks (Rennen) / 235/45-13
Bremsen(vo/hi): Irmscher Scheiben 246x22mm  / Trommel
Weitere Extras: Mattig Haube, Stephan Frontspoiler mit weißen Blinkern, Schriftzüge lackiert, Engelmann Außenspiegel, Heckleuchten lackiert, Stephan-Heckflügel

Interieur: König Sportsitze, 32er Raid Lenkrad, Heigo Überrollkäfig mit Diagonalstrebe 3 VDO anzeigen Wassert. Öltemperatur. Öldruck
ICE: wäre unsinnig
Danksagung: Danksagung ans GKS Team und allen die mich unterstützt haben

 

Opel Manta B GSi (1988) BA-Kennzeichen

Motor:  2,4 Liter, 4 Zylinder, 8V, 45er Weber DCOE mit offenen Einlauftrichter, Düsenbestückung und Innentrichter modifiziert, Motorblock gebohrt, gehohnt, geplant mit Steuergehäuse, Zylinderkopf geplant, Verdichtung 10,5:1, 45mm Einlass, 40 mm Auslassventile, 316/300º asymmetrische Nockenwelle mit einstellbaren Nockenwellenrad, mechanische Stößel, Doppelventilfedernsatz mit Alu-Federnteller, Pleuel ausgewogen, 9 Zoll Schwungrad mit 6-Punkt Befestigung und 2x10 Stahlbolzen verstiftet, Kurbelwelle neu gelagert und mit Schwungrad und Druckplatte gewuchtet,
Auspuff: Ansaug- und Auspuffkrümmer innen vergrößert, 63mm (Gruppe A) Völkel Edelstahlauspuffanlage
Leistung (max):  200 PS bei 6200 umin, Drehmoment (max) 240 Nm
Kraftübertragung: Getrag Getriebe 240, E30 M3-Kupplung mit geänderter Schwungscheibe und Stern (Beimel Tuning), gesperrte Hinterachse, 344 Übersetzung m. 45% Sperre,
Fahrwerk:  Gekürzte Koni Gelb, Mattig 001 Federn
Felgen (Herst./Größe): 3-teilige Schmidt Revolution (hochglanz poliertes Tiefbett), 9x16, 10,5x16
Bereifung (Herst./Größe): Toyo Proxes T1R / 225/40x16, 245/35x16
Bremsen (vo/hi): Innenbelüftete Scheibenbremsanlage (2,2 Rekord) / Umbau auf Scheibenbremse (Vectra A 2000)
Weitere Extras: Mattig Haube, Haubenschnellverschlüsse aus dem Motorsport, Stephan Frontspoiler mit weißen Blinkern, Valeo Scheinwerfer, Schriftzüge lackiert, Engelmann Außenspiegel, Heckleuchten lackiert, Domstrebe vorne vom „400er“ Manta, Hochglanz polierter 2,4l Ventildeckel, Hochglanz polierte Batterieabdeckung, Karosse, Achsen, Getriebe Sand gestrahlt und lackiert

Interieur: Umbau zum 3-Sitzer (eingetragen), 32er Raid Lenkrad, König Sportsitze, Heckablage, Seitenverkleidungen, Dachhimmel und Armaturenbrett mit Leder überzogen; Schroth Edition Gurte, Mittelkonsole und Unterteil Cockpit in Carbon getaucht, 
ICE: Lautsprecher vorne Powerbass , hinten Pioneer, 30 cm Atomic Subwoofer, 800Watt Memphis Endstufe
Danksagung: Sohn Leon, Frau Pia, Neffen Tobias.
Ein besonderer Dank geht an meinen besten Freund „Flocki“ mit Sohn Sebastian der immer für mich da war und mich mit vielen Teilen versorgt hat!

Fotografiert am 26. Juni 2013 in Bamberg (Jörgs Manta mit BT-Zulassung). Fotografiert am 7. Juni 2014 in Thurnau (Alex Manta mit BA-Zulassung).

Nachdem ich Jörgs Manta im Kasten hatte, erfuhr ich beim Interview, dass das Auto sozusagen einen Zwillingsbruder besitzt. Aus Zeitgründen ließ ich den Manta im Archiv schlummern und kümmerte ich erst im Frühjahr um den von Alex neu aufgebauten „Bruder“, dessen Fotosession ziemlich genau ein Jahr später stattfand. Erst nachdem mir die „Bond-Überschrift“ eingefallen war, begann ich mit der Schreiberei in einzelnen Etappen. Beide Besitzer erhielten per eMail den aktuellen Stand, ließen Verbesserungen einfließen und komplettierten die Datenblätter. Erst am 17. November schloss ich die Geschichte ab und brannte die CD für die Flash. Am 4. Dezember schlage ich die Ausgabe 1/15 auf und die Doppelgeschichte ist drin. Noch nie hat mich (der damalige) Chefredakteur Thomas Pfahl dermaßen überrascht. Eine so kurze Zeitspanne hat er nicht einmal während unserer mehr als 10-jährigen Zusammenarbeit für die Ford Drive geschafft

Text & Foto: Heinz Bauriedel für Opel Flash 1/2015 

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