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 Extravagantes Mosaik

Mit dieser Performance trifft der BMW von Florian Küffner den Nerv der Zeit. Der Seidel-Breitbau mit 3-teiligen MDM Rädern wurde in eine effektvolle Bicolor Lackierung getaucht.

Welchen Einfluss hat eine auffallende Lackierung? Diese Frage kann jeder für sich mit der Gegenfrage beantworten: Wie würde dieser BMW E46 in dunkler Serienlackierung wirken? Bei Markuzzi in Bad Staffelstein sind spektakuläre Lackierungen auf Kundenwunsch fast an der Tagesordnung. Florian, gelernter Fleischer und ein langjähriger Kunde mit Ford-Vorgeschichte, nutzte eine günstige Gelegenheit zum Umstieg in den BMW Pilotensitz. Jedes seiner Autos bewegte sich jenseits der Serie und mit dem BMW nahm er sich ganz Besonderes vor. Bereits zwei Wochen nach Kauf folgten die ersten Tuningmaßnahmen

Von heute auf morgen baut man kein Auto um. Zu den ersten Schritten zählt die rote Effektlackierung, die an der oberen Hälfte des BMWs erhalten blieb. Von Januar bis Juni 2004 tauchte die Limousine in Markuzzis Werkstatt ein. Abgesehen vom Motorraum wurde das Auto total abgespeckt. Das Hauptaugenmerk legte Florian auf zeitgemäßen Breitbau, wobei er auf den Bausatz von Seidel Tuning zurückgriff. Die Einzelteile auspacken und montieren? Schön wäre es, denn zum perfekten Sitz sind einige Vorarbeiten notwendig.

 Zunächst müssen die Radlaufkanten abgetrennt werden, um die Verbreiterungen aus GFK zu fixieren. Zum Ausschneiden der Seitenteile nahm Florian unter dem kontrollierenden Blick des Karosseriebaumeisters Markuzzi Senior das Werkzeug selbst in die Hand.

Die Passform der GFK-Radläufe ließ stark zu wünschen übrig, erinnert er sich. Mit Glasfasermatten und zeitraubender Schleifarbeit wurden die Konturen und Rundungen perfektioniert. Auch die Cupwings an den auslaufenden Seitenschweller wurden nachträglich angebracht. Höchste Sorgfalt legte man auf die Übergänge von Radläufen zu den Schürzen und Seitenschwellern, um Spaltmaße so gering wie möglich zu halten.

Als nicht minder aufwendig gestaltete sich die Bearbeitung der Motorhaube, in die Markuzzi Senior Lüftungsschlitze im Rennsportdesign einfräste. Auch das serienmäßige Lüftungsgitter in den Kotflügeln wurde von ihm geschlossen und durch Gitter des M3 ersetzt. Die Heckansicht ist spektakulär. Das links-rechts verlegte Doppelpack aus Edelstahl vervollkommnet die Symmetrie der Heckpartie, die von einem Kerscher Flügel gekrönt wird.

Einzig die Passgenauigkeit der Japan Rückleuchten lässt sehr zu wünschen übrig, deren Halterungen nicht mit denen des BMW harmonieren. Ein genauer Blick auf die Leuchten verdeutlicht, dass der äußere Spalt nicht hundertprozentig gleichmäßig verläuft.

Wie gesagt, extravagante Lackierungen sind eine Spezialität des Bad Staffelsteiner Lackierbetriebs und Tuners. Bei diesem BMW griff man bei Markuzzi auf Basislasuren des Niederbayerischen Farbenherstellers Mipa zurück, die mit einer Geheimrezeptur neu abgemischt wurden. Der Basislack bringt die Farbe bei gleicher Lasur. Für das Grün wurde schwarzer Untergrund verwendet. Rot ergibt Rot, wobei die Mipa-Lasur in drei Durchgängen lackiert wurde. Die erste Deckschicht Klarlack wird geschliffen, anschließend folgen zwecks Versiegelung weitere drei Schichten Klares.

Beim Typenschild des 323i betreibt BMW pures Unterstatement, da der 323i mit einem 2,5 Liter Motor ausgerüstet wird. Modifikationen an der Luftzufuhr und am Abgassystem setzen an diesem Auto ungefähr 210 PS frei, die im nicht-öffentlichen Verkehr gesteigert werden können. Im doppelten Boden des Kofferraums befindet sich eine NOS Flasche, deren Anschlüsse zwar gelegt wurden, jedoch nur zu besonderen Anlässen aktiviert werden.

Dass der Pilot den Geschwindigkeitszuwachs auf einem Plasmatachometer verfolgen kann, ist eine weitere Spezialität des Hauses. Die guten Kontakte von Markuzzis Firma TM Motorsport in die Porsche Szene ermöglichte mit Hilfe des Porsche Zentrums Bayreuth rot-schwarz gelederte Sitzgruppen. Die Blenden der Peripherie rund um den Fahrer erstrahlen in der Kopf-Farbe des Fahrzeugs. 19 Zoll MDM-Räder und KW Gewindefahrwerk hätten bei manch anderem Auto den meisten Beifall erhalten.

Bei all den Spezialitäten dieses BMWs sind selbst die hochwertigen Dreiteiler des Typs MDM1 in 9x19 und 11,5x19 Zoll nur ein Teilchen eines extravaganten Mosaiks.

FACTS:
TYP:
BMW E46 323i, Baujahr 2000
MOTOR:
2,5 Liter Sechszylinder, Green Luftfilter, ca. 215 PS
RÄDER:
3-teilige MDM 1 mit poliertem Stern und Bett, vergoldete Verschraubung,
Semperit Bereifung
VA: 9x19 Zoll ET18 mit 235/35-19
HA: 11,5x19 Zoll ET11 mit 275/30-19
FAHRWERK:
KW Gewindefahrwerk Variante II
AUSPUFF:
Eisenmann Vierrohr-Anlage aus Edelstahl
SPOILER:
Seidl Breitbau mit Frontschürze, Seitenschweller und Heckschürze, Kerscher Heckflügel,
INTERIEUR:
Raid Lesmo Sportlenkrad, Seriensitze in rot-schwarzem Leder (Porsche Zentrum Bayreuth), Plasma Cockpit von blau auf grün auf weiß umschaltbar, Blenden in Wagenfarbe, Momo Schaltknauf und Handbremshebel, Mittelkonsole umgestaltet, Car- HiFi mit 2 Crunch Blackmax Endstufen und einem Monoblock von Monacor mit dem Namen T-Rex, JVC- SV70 Radio mit 12fach Wechsler, Yamakawa DVD- Player, 2 30er Raptor Bässe von Monacor, Emphaser 3-Wege Frontsystem, Hecksystem Volt 3-Wege und vorn und hinten noch Alpine Hochtöner, Monacor Pufferkondensator.
EXTRAS:
Markuzzi Lüftungsschlitze, „Japan“-Rückleuchten, Lackierung: Markuzzi Spezialmischung auf Mipa Gemini Basis
DANKE AN:
Markuzzi Team, Christian, Kurt, Martin

michael kolb für autotuning 10/04

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